Klimafreundlich


1.736 Sanierungen im letzten Jahr | IG BAU: „Viel Nachholbedarf“
Leipziger Altbauten sollen klimafreundlicher werden

Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude
lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima. Altbauten
drücken auf die CO2-Bilanz in Leipzig, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-
Umwelt. Nach Informationen der IG BAU stammen rund 37.800 Wohngebäude aus
der Zeit vor 1979. Damit sind 65 Prozent aller Wohnhäuser in der Stadt mindestens
40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des
Statistischen Bundesamtes beruft.

Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, muss es, so die IG BAU Nord-West-Sachsen,
deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. „Wichtig ist dabei, dass
Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben“, sagt
Bezirksvorsitzender Bernd Günther. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur
noch acht statt wie bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen.
„Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel“, betont
Günther. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher
fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre
eigenen vier Wände hart gespart hätten.

„Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude
ein Drittel aller Treibhausemissionen aus“, so Günther. Die bisherigen
Sanierungsmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der
staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden in Leipzig im vergangenen
Jahr 1.736 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW
Fördermittel in Höhe von 93,9 Millionen Euro.

Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafter Günther „viel Luft
nach oben“. Nachkriegsbauten, von denen es in der Stadt besonders viele gebe,
lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie Neubauten heute. Doch
bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die
Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die
selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten. Das Einsparpotential ist groß: Nach
Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000
Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart.

Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten – und drücken auf die Klimabilanz. Ein Drittelaller Treibhausgase gehen laut Studien auf das Konto von Gebäuden. Die IG BAU fordert mehrenergetische Sanierungen.